Teilfinanzierung durch Fördermöglichkeiten

Eine der wichtigsten Fragen bei einem berufsbegleitenden Studium ist, neben der Studienwahl, die Finanzierbarkeit. Ein Teil der Kosten lässt sich durch die hauptberufliche Erwerbstätigkeit der Studierenden begleichen. Aber es gibt auch die Möglichkeit, sich bei der Finanzierung durch gewisse Fördermöglichkeiten unterstützen zu lassen.

Hier führen wir Ihnen einzelne Förderinstrumente auf:

Förderung in Brandenburg

– Beschäftigte mit Erstwohnsitz im Land Brandenburg (natürliche Personen)
– Unternehmen, die eine Betriebsstätte im Land Brandenburg im Sinne von § 12 Abgabenordnung
– rechtsfähige Vereine mit Vereinssitz im Land Brandenburg
– öffentliche und freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe im Land Brandenburg

Eine Förderung kann einmal pro Kalenderjahr erfolgen. Der Maßnahmebeginn ist entscheidend

Der Bildungsscheck kann für Weiterbildungsmaßnahmen beantragt werden, die mindestens 1.000,- EUR kosten (inkl. Prüfungsgebühren). Es können bis zu 50% der Weiterbildungsausgaben bezuschusst werden. Der Zuschuss pro Antrag ist auf max. 3.000 Euro begrenzt.

Jeder muss sich an den Kosten der Weiterbildungsmaßnahme mit mindestens 50 % der Gesamtausgaben (Kurs- und Prüfungsgebühren) beteiligen.

Es kann eine individuelle arbeitsplatz- und arbeitgeberunabhängige berufliche Weiterbildungsmaßnahme gefördert werden. Auch berufsabschlussbezogene Qualifizierungen sind förderfähig, wenn es sich um einen berufsbegleitenden Studiengang, einen postgradualen Studiengang oder eine Aufstiegsfortbildung handelt und keine Förderung nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) möglich ist.
Ausgeschlossen von einer Förderung sind u. a. Angebote, die der Erholung, der Unterhaltung, der privaten Haushaltsführung, der sportlichen oder künstlerischen Betätigung, dem Erwerb der Fahrerlaubnis bzw. der individuellen Gesundheitsprävention dienen. Auch Einzelunterricht ist nicht förderfähig. Ebenso von der Förderung ausgeschlossen sind Kurse, deren Kosten auf Grund gesetzlicher Regelungen vom Arbeitgeber zu übernehmen sind.
Die Bildungsmaßnahme muss spätestens am 01.10.2020 beendet sein.

Weitere Informationen und Anträge erhalten Sie auf der Homepage der ILB.

Auch die jeweiligen Regionalcenter der Wirtschaftsförderung Brandenburg beraten über diese Fördermöglichkeiten.
Die Ansprechpartner finden Sie unter: Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB)

Weiterbildungsscheck in Sachsen

Gefördert werden Projekte der individuell- berufsbezogenen Bildung bzw. Weiterbildung zur Verbesserung der beruflich nutzbaren Kompetenzen bzw. Qualifikationen sowie der Steigerung der Beschäftigungschancen.

Die förderfähigen Kosten der Weiterbildung (Weiterbildungskosten zzgl. Prüfungsgebühren) müssen mindestens 1.000EUR betragen.

  • 70 % der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben (Weiterbildungskosten zzgl. Prüfungsgebühren) (gilt nicht für Personen mit Hauptwohnsitz im Landesdirektionsbezirk Leipzig und im ehemaligen Landkreis Döbeln)
  • 50 % der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben für im Landesdirektionsbezirk Leipzig inkl. ehemaliger Landkreis Döbeln wohnende Antragsteller
  • 50 % der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben für Antragsteller mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von mehr als 2.500 EUR bis 4.000 EUR

Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes können die Förderung nur dann in Anspruch nehmen, wenn sie in einem befristeten Arbeitsverhältnis stehen. Arbeitnehmer und Beschäftigte mit einem durchschnittlichen monatlichen Gesamtbruttoeinkommen von mehr als 2.500 EUR bis 4.000 EUR können die Förderung nur dann in Anspruch nehmen, wenn das Beschäftigungsverhältnis befristet ist oder sie LeiharbeitnehmerIn sind, oder die Weiterbildung dem Erwerb eines ersten akademischen Abschlusses dienen soll.

Der Weiterbildungsscheck kann ab sofort bei der Sächsischen Aufbaubank – Förderbank (SAB) beantragt werden.

Nähere Informationen erhalten Sie hier.

Studienkredit des Bundes (KfW)

Die KfW finanziert die Lebenshaltungskosten bei Absolvierung dieser Studiengänge an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule (Universität oder Fachhochschule) mit Sitz in Deutschland:

  • grundständiges Erststudium
  • Zweitstudium (weiteres grundständiges Studium)
  • Zusatz-, Ergänzungs- oder Aufbaustudium (postgraduales Studium)
  • Master (postgraduales Studium)
  • Promotion

Alle Studiengänge können dauerhaft oder für einzelne Studienabschnitte in Teilzeit, z. B. berufsbegleitend belegt werden.
www.kfw.de

Förderung in Sachsen-Anhalt

Ausgaben für die Teilnahme an individuellen und arbeitsplatzunabhängigen berufsbezogenen Weiterbildungsmaßnahmen zur Verbesserung oder Erweiterung berufsspezifischer Kompetenzen, der allgemeinen Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit oder des Zugangs zu Beschäftigung. Die Weiterbildungen können berufsbegleitend in Teilzeit oder als Vollzeitmaßnahme gefördert werden. Zudem ist der Erwerb von Teilabschlüssen zulässig.

Natürliche Personen mit Hauptwohnsitz in Sachsen- Anhalt unter folgenden Voraussetzungen:

  • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die zum Zeitpunkt der Entscheidung über den Antrag in einem unbefristeten oder befristeten Arbeitsverhältnis stehen und nicht arbeitslos gemeldet sind und deren Einkommen die Grenze von durchschnittlich 4.575 Euro brutto pro Monat nicht überschreitet.
  • Arbeitslose, die keine Leistungen der Arbeitsagenturen oder Jobcenter nach dem Zweiten bzw. Dritten Buch Sozialgesetzbuch (ALG I und II) beziehen und hierauf keinen Anspruch haben
Bezuschussung der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben:

  • in Höhe von bis zu 90 % für Personen mit einem durchschnittlichen Brutto-Einkommen unter 1.500 Euro je Monat gemäß Ziffer 6.4.1 der Richtlinie
  • in Höhe von bis zu 80 % für Personen, die nicht der Nr. 6.4.1 jedoch einer der Gruppen gemäß Ziffer 6.4.2 a) bis j) der Richtlinie zugeordnet werden können
    • Personen mit einem durchschnittlichen Brutto- Einkommen unter 2.500 Euro je Monat,
    • Personen nach Vollendung des 45. Lebensjahres,
    • befristet Beschäftigte, Leiharbeitnehmerinnen/Leiharbeitnehmer oder Alleinerziehende,
    • Teilzeitbeschäftigte mit einem durchschnittlichen Beschäftigungsumfang von insgesamt höchstens 30 Stunden wöchentlich,
    • Berufsrückkehrer/innen nach familienbedingter Unterbrechung der Erwerbstätigkeit,
    • geringfügig Beschäftigte, die keiner weiteren abhängigen oder selbständigen Beschäftigung nachgehen,
    • Arbeitslose ohne Anspruch auf Leistungen nach SGB II bzw. SGB III
    • Menschen mit einem anerkannten Grad einer Behinderung
  • in Höhe von bis zu 60 % für Personen, die keiner der vorgenannten Gruppen zugeordnet werden können.

Die Zuwendung ist auf höchstens 25.000 Euro je Weiterbildungsvorhaben begrenzt.

Anträge sind formgebunden an die Förderservice GmbH der Investitionsbank Sachsen- Anhalt, Leipziger Str.49 a, 39112 Magdeburg zu stellen.

Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von individuellen beruflichen Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (Sachsen-Anhalt WEITERBILDUNG DIREKT)

RdErl. des MS vom 10.7.2015-53-32323-XV.3.2 (MBl. LSA Nr. 25/2015 vom 27.07.2015)

Aufstiegsstipendium

Besonders begabte Absolventen einer Berufsausbildung, die über mind. zwei Jahre Berufspraxis nach Ausbildungsabschluss verfügen, können sich um ein Aufstiegsstipendium für ein Erststudium (in Vollzeit oder berufsbegleitend) bewerben.

Das Aufstiegsstipendium unterstützt Berufserfahrene bei der Durchführung eines ersten akademischen Hochschulstudiums.

Das Stipendium ist ein Programm der Begabtenförderung und unterstützt Menschen, die in Ausbildung und Beruf ihr besonderes Talent und Engagement bewiesen haben. Die SBB – Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung führt im Auftrag und mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung die Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten durch und begleitet sie während ihres Studiums.

Ein berufsbegleitendes Studium wird mit jährlich 2000 Euro gefördert. Das Programm sieht keine Altersgrenze vor.

Weitere Informationen unter: www.sbb-stipendien.de/aufstiegsstipendium